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Energienetze

Neue Power-to-Heat-Anlage in Betrieb

Alpiq hat in Niedergösgen ihre erste Power-to-Heat-Anlage in der Schweiz in Betrieb genommen. Mit der Anlage wird Alpiq unter anderem auf dem Strom-Systemdienstleistungsmarkt negative Regelleistung anbieten. Alternativ kann damit Prozessdampf für industrielle Zwecke erzeugt werden.

24.04.2017
Bild: Alpiq
Die Dampferzeugung erfolgt im Kesselhaus durch zwei Elektrodenboiler mit je 11 MW Leistung. | Bild: Alpiq

Die Power-to-Heat (P2H)-Anlage in Niedergösgen im Kanton Solothurn erzeugt mit zwei Elektrodenheizkessel mit je 11 MW elektrischer Leistung Prozessdampf. Die Anlage steht auf dem Gelände des Wasserkraftwerks Gösgen und ging Mitte April 2017 in Betrieb. Der Standort ist wegen der Nähe der Dampfleitung zwischen Kernkraftwerk Gösgen und der Papierfabrik Model AG sowie der Nähe zu Wasserkraftwerk und Stromnetzinfrastruktur optimal im Hinblick auf eine flexible Nutzung der P2H-Anlage.

Neue Geschäftsmöglichkeiten

Alpiq wird die Elektrodenheizkessel mit 22 MW Leistung auf dem attraktiven Regelenergiemarkt anbieten. Über den Regelenergiemarkt gleicht der Übertragungsnetzbetreiber Differenzen zwischen erzeugtem und verbrauchtem Strom aus und trägt so zur Stromnetzstabilität bei. Mit dem Anstieg der fluktuierenden Stromproduktion aus Windturbinen und Photovoltaikanlagen hat sich dieser Ausgleich für die Netzbetreiber zu einer zunehmend anspruchsvollen Aufgabe entwickelt. Die Power-to-Heat-Technologie ist eine flexible und effiziente Lösung für Ausgleichskapazitäten.

Neben der Vermarktung im Regelenergiemarkt besteht die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der Papierfabrik Model AG. Die Papierfabrik bezieht den von ihr benötigten Prozessdampf aus dem Kernkraftwerk Gösgen (KKG). Diese Dampflieferung bleibt bestehen. Während der jährlichen Revision des KKG kann jedoch die neue Power-to-Heat-Anlage von Alpiq in Niedergösgen den Dampf liefern. Die Einspeisung von Prozessdampf geschieht unterirdisch direkt in die bestehende Heizdampfleitung.

Das Herz der Anlage, das Kesselhaus, in welchem die beiden Dampferzeuger untergebracht sind, wurde von Alpiq erstellt. Baubeginn war Anfang Oktober 2016. Die Baukosten betrugen rund 6 Mio. CHF.

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