Von DC-Netzen und Sabotage
Forum Netzbau und Netzbetrieb – 6. bis 8. Mai 2026
Mit 950 Teilnehmern und 50 Ausstellern war die Leitungsbautagung bei ihrer diesjährigen Ausgabe erneut ausgebucht. Sie fand im neuen Format vom 6. bis 8. Mai im Internationalen Congress Center Dresden statt.
Schwerpunkte waren in diesem Jahr neben der Vision eines DC-Overlaynetzes die Wiederherstellung der Versorgung nach Sabotage, die Krisenkommunikation bei Leitungsbauprojekten sowie die Anwendung des Nova-Prinzips. Beim Sabotagevorfall in Grünheide zündeten Umweltaktivisten 2024 einen 110-kV-Aufführungsmast an und unterbrachen die Stromversorgung des neuen Teslawerks. Der Vortrag zeigte auf, wie der koordinierte Einsatz von Netzbetreibern, Partnerfirmen und Behörden die Wiederherstellung der Versorgung in einer knappen Woche ermöglichte.
Das Nova-Prinzip wurde vorgestellt. Es wird inzwischen bei nahezu allen Netzausbauplänen im europäischen Verbundnetz berücksichtigt und wird in den meisten Netzentwicklungsplänen als Standardverfahren verpflichtend vorgegeben. Seine Anwendung soll helfen, den Netzausbau so wirtschaftlich und ressourcenschonend wie möglich zu gestalten.
Wie Akzeptanz mittels Beteiligungsmanagement bei Leitungsbauvorhaben geschaffen werden kann, wurde ebenfalls erläutert. Beim Planungsprozess dürfe nicht ignoriert werden, dass sich immer mehr Bürger in die Gestaltung ihres Lebensumfelds einbringen wollen. Typische Fehler seien technokratische und unverständliche Sprache, die ungenügende Adressierung von Sorgen und Ängsten, zu späte Beteiligung und das Gefühl, keine echte Beteiligungsmöglichkeit zu haben.
Anschliessend folgte traditionell ein bunter Mix aus Themen zu Innovationen im Hoch- und Höchstspannungs-Netzbau und Netzbetrieb. Neben den allgemeinen Fachthemen hatten Komponentenhersteller, Leitungsbaufirmen und Dienstleister erneut die Möglichkeit, ihre Neuerungen vorzustellen.