Solarstrom richtig ins Netz bringen
Netzimpuls – 25. März 2026
Ob explizit oder implizit, die Herausforderungen der Integration von Solarstrom aus Netzsicht prägten die meisten Präsentationen der Netzimpulstagung: Wie lassen sich die Ziele der Energiestrategie mit PV erreichen, ohne die Netzstabilität dadurch zu gefährden?
Eröffnet wurde die Tagung mit einer Analyse des Blackouts vom 28. April 2025 auf der iberischen Halbinsel. Während Petr Korba die Herausforderungen des europäischen Verbundnetzes, die Netzpendelungen, aus theoretischer Sicht erläuterte, wies Walter Sattinger auf die Ursache des Stromausfalls hin: Die Dämpfung im strukturell schwachen Netz war ungenügend, was zu Oszillationen führte, bei denen die Spannung die Grenzwerte überstieg. Das instabile System wurde daraufhin ausgeschaltet. Positiv war der erfolgreiche Netzwiederaufbau, der in der Nacht geschah – ohne Einfluss der PV. Fazit: Für einen stabilen Netzbetrieb müssen PV-Anlagen sorgfältig und mit Trägheitsersatz ins Netz eingebunden werden.
Christof Bucher ging dann auf das Thema «Schweiz mit 40 GW PV» ein. Er wies darauf hin, dass sich das Netz nicht so schnell ausbauen lässt wie die PV. Mit diversen Thesen skizzierte er, wie sich die Energiewende trotzdem schaffen lässt. Beispielsweise mit der Steuerung des PV-Zubaus über einen Kapazitätsmarkt. Anlagenbetreiber sollen nicht Geld verdienen, wenn sie zu ungünstigen Zeiten einspeisen, sondern durch die Bereitstellung ihrer PV-Anlage. Denn die Märkte können ungeregelten Solarstrom kaum mehr aufnehmen. Er plädierte auch dafür, den sommerlichen PV-Überschuss zu verwerfen, um im Winter auf Speicher verzichten zu können, denn PV sei die am schnellsten wachsende Winterstromquelle.
Weitere Themen der vielseitigen Tagung waren Energiespeicherprojekte, die Nutzung von Daten und Flexibilitäten, DC in der Mittelspannung sowie Erfahrungen mit Energiegemeinschaften.