Netzverträglich einspeisen
BFH-Fachtagung Netzanschluss – 2. Juni 2026
Jährlich findet an der Berner Fachhochschule in Burgdorf die Fachtagung Netzanschluss statt, bei der es darum geht, die Netze effizienter zu nutzen.
Christof Bucher eröffnete den diesjährigen Anlass mit dem Hinweis, dass den LEG vorgeworfen wird, nur Geld umzuverteilen. Dabei sollten sie aus Netzsicht mehr bieten, nämlich gebäudeübergreifendes Leistungsmanagement, um die Leistungsspitzen im Netz tief zu halten. Dies sei schon technisch umsetzbar, werde aber nicht gefördert.
Die Integration von Solarstrom ins Schweizer Stromsystem zog sich wie ein roter Faden durch die Tagung. Thomas Reinthaler von Swissgrid wies darauf hin, dass sich mit den aktuellen Prozessen und Rahmenbedingungen kaum bis zu 40 GW integrieren lassen. Es sei nicht sinnvoll, 100% der installierten PV-Anlagenleistung ans Netz anzuschliessen. Swissgrid schlägt deshalb vor, die Einspeiseleistung noch weiter als geplant zu reduzieren, aber dies zu entschädigen, denn Anreize sparen Netzausbau.
Philipp Huber stellte das OpenADR-Protokoll vor, mit dem das Netz für Prosumer keine Blackbox mehr ist. Prosumer erhalten Infos, um sich freiwillig netzfreundlich verhalten zu können, statt mittels Notabschaltungen. Maike Schubert erläuterte anschliessend das Smartgridready-Prinzip und wie dezentrale Flexibilitäten genutzt werden können.
Dann stand das gebäudeübergreifende Energie- und Leistungsmanagement im Fokus. Thomas Grunder stellte den dynamischen Ausgleich der Leistung beim Laden von mehreren Elektroautos vor und Manuel Schär die koordinierte Nutzung von Solarstrom statt Abregelung. Wie sich die teure Ausgleichsenergie durch PV-Abregelung ohne zusätzliche Hardware reduzieren lässt, erläuterten Paul Hugentobler und Dino Zabatta. Mit einer Live-Demo zeigte schliesslich David Joss auf, wie Wechselrichter in der LEG geregelt werden können, um Komponenten optimal zu nutzen.