Dynamik im Smart Grid
Einige Schweizer Stromnetzbetreiber bieten seit dem 1. Januar 2026 dynamische Stromtarife an, viele andere haben schon Pilotprojekte mit dynamischen Elementen durchgeführt. Im nächsten Jahr dürften einige weitere Netzbetreiber dynamische Tarife anbieten. Eine erfreuliche Entwicklung. Das Ziel, mit dynamischen Tarifen die Netze besser auszulasten, ist unbestritten.
Bei der Kundschaft, die solche Tarife wählen könnte, ist das Interesse leider weniger dynamisch, sozusagen nicht vorhanden. Zu diesem Thema hat Primeo Energie neulich eine Umfrage bei 50'000 Kunden gemacht und über 2000 Rückmeldungen erhalten: Die Kundschaft sieht den Nutzen durchaus, aber bitte ohne Aufwand und Einschränkungen für den Einzelnen. Wir haben also nicht 2000 zusätzliche Nutzende von dynamischen Tarifen bekommen.
Wenn wir also unsere Kundschaft überzeugen wollen, dynamische Tarife zu wählen, dann müssen wir es ihr möglichst einfach machen. Für viele Anbieter von Heimautomationssystemen sind die vielen Netzbetreiber eine Herausforderung. Deshalb: Machen wir smarte Grid-Betreiber die Tarif-Strukturen schweizweit einheitlich, geben wir ihnen denselben Namen, machen wir gemeinsam Werbung dafür. Das wäre kundenorientiert. Oft hört man, wir sollten die dynamischen Tarife einfach als Standard einsetzen. Aber ich gewinne die Kundschaft lieber, als ihr etwas vorzuschreiben. Damit auch die nächste Dynamik, die vor der Tür steht – nämlich die dynamischen Netzanschlüsse – auf Anklang stösst.