Batterien werden systemrelevant
Batteriekongress – 20. Oktober 2026
Am Batteriekongress von Swissolar in Baden wurden nebst technologischen Trends auch rechtliche, brandschutztechnische und netzintegrationsrelevante Themen präsentiert. Auch Erfahrungen aus der Praxis kamen nicht zu kurz.
In seiner Keynote stellte Andreas Hutter, CSEM, Technologietrends vor. Grosse Festspeicher dürften eine strategische Rolle spielen, denn sie bieten Energiesicherheit, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit. Hutter plädierte für ein grösseres Engagement der europäischen Industrie im Batteriesektor. Durch Innovationen sollen Systeme gebaut werden, die auf den hiesigen Markt zugeschnitten sind. Hutter warf auch einen Blick auf das künftige Technologieportfolio, das Lithium-Eisenphosphat, Natrium-Ionen, Redox-Flow und Metall-Luft umfassen dürfte.
Gianfranco Guidati, ETH Zürich, stellte sich dann die Frage, welche Speicher nötig sind, um 2050 das Netto-Null-Ziel zu erreichen. Er ging dabei auf verschiedene Szenarien ein, die durch das Verhältnis zu Europa geprägt sind (isoliert, robust, ideal) und wie sie sich zur Innovation verhalten (konservativ, realistisch, innovativ). Klar sei, dass Wasserkraft, PV und Wind die Basis des künftigen Energiesystems bilden werden.
Wie Grid-Forming-Batterien eingesetzt werden, um einen höheren Anteil an Erneuerbaren ins Netz zu bringen, erläuterte Thierry Pollet, Huawei. Die Rechtsanwältin Simone Walther stellte dann die rechtlichen Rahmenbedingungen vor. Ihr Fazit: Man solle Standorte wie Industriezonen wählen, bei denen es nicht zu zeitraubenden Diskussionen bezüglich Lärmschutz, Ortsbild usw. kommt.
Weitere Vorträge waren der Netzintegration von Solarstrom mit Batterien gewidmet, Projekten aus der Praxis, bei denen Einsprachen zu Verzögerungen und Mehrkosten führen, dem Einsatz von dynamischen Tarifen sowie einigen realisierten Projekten. An der vielseitigen Tagung wurde klar, dass sich Batterien zu systemrelevanten Komponenten des Energiesystems entwickelt haben.